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Von der Komponistin Pia Palme und der Performerin Gina Mattiello ins Leben gerufen, um die Kräfte der Wiener Komponistinnenszene sichtbar zu machen und zu bündeln, hat sich das Festival e_may inzwischen als Treffpunkt höchst individueller Kompositions- und Improvisationsansätze zwischen traditioneller Klangerzeugung und Elektronik positioniert.

Bei der diesjährigen Ausgabe im Neuen Saal des Konzerthauses wird ein ein Schwerpunkt auf das Schaffen von Eliane Radigue, einer Pionierin der musique concrète, gelegt. Uraufführungen österreichischer Komponistinnen und dem neu restaurierten Max-Brand-Synthesizer setzen weitere Akzente an zwei Abenden im Rahmen der Reihe «Im Loth».

Eliane Radigue gehört bereits seit den frühen 50er Jahren zusammen mit Pierre Schaeffer und Pierre Henry zu den PionierInnen der «musique concrete». Sie arbeitete vorwiegend mit einem ARP Synthesizer, was ihrer Musik auch eine einzigartige Signatur verleiht. In den 70er Jahren zog sie sich vom Musikgeschehen gänzlich zurück und widmete sich dem tibetischen Buddhismus. Erst in den letzten Jahren wurde sie von einer jüngeren Generation als maßgebliches Vorbild entdeckt. Derzeit schreibt Radigue ausschließlich für akustische Instrumente.

Emmanuel Holterbach, Schüler und Archivar Eliane Radigues, wird ihre Musik interpretieren und auch selbst als Komponist zu hören sein. Das im Rahmen der Serie IMA fiction entstandene Videoportrait #04 Eliane Radigue wird präsentiert. Somit hat in der neuen Ausgabe des Festivals die Forschungsarbeit verstärkt Eingang ins Festival gefunden.

Darüber hinaus präsentiert das Festival auch in diesem Jahr österreichische Komponistinnen durch Auftragswerke: Elisabeth Schimana, Andrea Sodomka und Pia Palme.

Die Pianistin Manon Liu-Winter bedient in Elisabeth Schimanas Stück “Höllenmaschine II” den von Robert Moog für den österr. Komponisten Max Brand entwickelten Max Brand Synthesizer. Der neu restaurierte Max-Brand-Synthesizer (1957–67) aus der Klangmaschinenausstellung des IMA wird erstmals im Neuen Saal des Konzerthauses zu hören sein.

Andrea Sodomka entwickelt eine Komposition für Akkordeon, Stimme und Live-Elektronik. Pia Palme entwirft ein Stück für Ensemble und Live-Elektronik, in dem u. a. Judith Unterpertinger (Innenraumklavier) zu hören sein wird; mitwirkend ebenso Yoshie Maruoka als Performerin und Veli Vandulaki als Papierkünstlerin.

Zwischen den Konzerten führt die auf Neue Musik spezialisierte Musikwissenschaftlerin Nina Polaschegg Gespräche mit den Komponistinnen.