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STORIA SVELATA

Komponistinnen zwischen den Zeiten –
e_may inszeniert neue und barocke Musik zum Jahreswechsel

Werke von:
Francesca Caccini, Barbara Strozzi, Elisabeth Jaquet de la Guerre,
Katharina Klement, Eva Reiter, Pia Palme, Judith Unterpertinger, Elisabeth Harnik

Mit:
Gina Mattiello: Stimme
Molly McDolan: Oboe da Caccia
Katharina Klement: Klavichord, Elektronik
Eva Reiter: Viola da Gamba, Kontrabassblockflöte
Pia Palme: Kontrabassflöte, Elektronik
Judith Unterpertinger: Innenklavier

Ensemble masquerade:
Sara Mosetti: Leitung, Violine und Viola / Verena Gropper: Sopran
Szilárd Chereji: Viola da Gamba, Violone / Manuel Tomadin: Cembalo

Visuals: Michaela Schwentner aka Jade.
Texte: von Octavio Paz

Konzeption: Festival e_may, Pia Palme und Sara Mosetti
Klangregie: Christina Bauer
Organisation: Regina Lercher, Sara Mosetti, Pia Palme

Dank an die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7).

STORIA SVELATA

Das Barock ist die Kunst der Metamorphose des Objekts. (Octavio Paz)

STORIA SVELATA bringt heutige und barocke Musik und stellt das Schaffen und die Arbeitsweise von Komponistinnen hörbar und sichtbar dar. Die im Titel angedeutete Entschleierung (visuell in Szene gesetzt von Jade) kann dabei auf beide Zeiträume angewendet werden. Frauen als Musizierende im öffentlichen Raum waren im Barock nicht üblich, das Verbot wurde jedoch vielfach durch geschicktes Verbergen der Musikerinnen umgangen (Venedig, Mexiko). Im übertragenen Sinn thematisieren Mosetti und Palme in ihrem Programm die Sichtbarkeit von zeitgenössischen Komponistinnen.

Die Brücke zwischen beiden Musikrichtungen bildet ein ähnlicher Ansatz im künstlerischen Schaffen: das Konzept als Angelpunkt der Komposition, weiters das selbstverständliche Zusammenwirken von Komposition und Improvisation. Beiden Zeiträumen ist gemeinsam, dass KomponistInnen auch musizierend und improvisierend auftreten.

Interessanterweise spielt in der zeitgenössischen Elektronik und der digitalisierten Welt akusmatische Musik wieder eine wichtige Rolle: Musik per se wird wahrgenommen, ohne ihre Entstehung zu kennen. Auch die neue und elektronische Musik verschleiert, der Ursprung der Klänge wird verwischt.

Ausgewählte Texte von Octavio Paz über die Kunst des Barock und ihren Bezug zur Avantgarde runden das Programm ab und setzen die Musik in einen philosophischen Kontext.